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Gründe für eine Einführung von Patientenarmbändern

Absicherung von Routineprozessen durch Barcodescanning: digitale Identifikation und Dokumentation

Gründe gibt es viele ...

Es gibt mittlerweile sogar so viele gute Gründe, dass man heute eher explizit nach Gründen suchen muss, Patientenarmbänder nicht einzusetzen. Dabei ist die Motivation hinter einer Einführung oft sehr unterschiedlich. Sei es ein erst kürzlich geschehenes Vorkommnis oder ein Beinahezwischenfall, sei es die Überzeugung in die Notwendigkeit zur Absicherung der routiniert laufenden Prozesse, oder die gestiegenen Kosten einer Nichteinführung (Versicherung, Zertifizierung, keine Nutzung digitaler Prozesse, ...): die Eintscheidung zur Einführung eines Patientenarmbandes ist immer eine gute Entscheidung für die Patientensicherheit. Sogar wenn "nur" der Patientenname handschriftlich darauf notiert wird. Wenn mittels barcodierter Patientenarmbänder dann aber noch das ganze Potenzial an Prozessverbesserungen und -sicherheit gehoben werden kann, ist das auch wirtschaftlich überzeugend.

Bester Grund: Verbesserung der Patientensicherheit

Grund 1: Patientensicherheit

Der wohl beste Grund überhaupt. Aufgrund des demografischen Wandels haben wir eine Zunahme desorientierter Patienten. Wir stellen eine Zunahme fremdsprachlicher Patienten fest. In Regionen mit Auffanglagern und Asyslbewerberheimen ist das besonders deutlich zu spüren. Auch im Bereich des Personals nimmt die Zahl fremdsprachlicher KollegInnen zu. Die engere Taktung von Prozessen und ihrer Kleinteiligkeit führen dazu, dass die MitarbeiterInnen die Patienten zunehmend weniger selber kennen. Das gilt nicht nur für beispielsweise den Transportdienst, sondern zunehmend auch für die Pflege und medizinische Versorgung.

"Schweizer Käse Modell": Sicherheitslücken nach Reason (Quelle: MHH)

Grund 2: Mehr Risiken in den Prozessen

Die Arbeit ist kleinteiliger geworden, die Prozesse sind schneller getaktet. Die zunehmende Spezialisierung auf Aufgaben führt dazu, dass Vorgänge von mehreren Personen bearbeitet, Patienten von vielen MitarbeiterInnen betreut werden. Die Anforderung an mehr Dokumentation bei gleichzeitiger Arbeitsverdichtung nimmt Zeit in Anspruch. Das führt zu einem Mehr an Übergaben, mehr Schnittstellen, mehr Kommunikationsbedarf. Hinzu kommt eine zunehmende Anonymität und damit eine größere Gefahr, dass Fehler unentdeckt bleiben könnten. 

Die Empfehlung des Aktionsbündnises Patientensicherheit und der WHO nehmen Einfluss

Grund 3: Einschlägige Empfehlungen und Vorgaben

Schon 2007 veröffentlichte die WHO & The Joint Commission "Lösungskonzepte zur Patientensicherheit" mit klarem Votum für Patientenarmbänder. Deutlicher wurde das Aktionsbündnis Patientensicherheit 2008 mit den "Handlungsempfehlungen zur sicheren Patientenidentifikation". Dabei konnte einschlägig begründet werden, wie und warum die Einführung von Patientenarmbändern zu einem Mehr an Patientensicherheit wird.

Aus diesem Empfehlungscharakter wurde im Laufe der Jahre zwar keine gesetzliche Verpflichtung, aber indirekt doch schon etwas sehr Verbindliches, wie der nachfolgende Punkt zeigt. 

GBA Beschluss mit fast gesetzlichem Charakter

Grund 4: Gesetzesnahe Vorgaben

Mit dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss GBA mit §137 den "Richtlinien und Beschlüsse zur Qualitätssicherung"entstand nun doch eine sehr konkrete Handlungsanweisung, auch wenn es keine gesetztliche explizite Regelung zu Patientenarmbändern gibt. Das ist übrigens im benachbarten Ausland z.T. strikter geregelt. Aus diesem Beschluss ergibt sich die Verpflichtung, wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit zu treffen. Zuvor steht die Pflicht zur Identifikation der Risiken. Das Verwechslungsrisiko ist ein anerkanntes und evidentes Risiko, also ein "identifiziertes Risiko". Das führt fast automatisch dazu, das Verwechslungsrisiko mittels Patientenarmbändern zu minimieren.

Signifikante Zunahme der Anspruchsstellungen (Quelle: Ecclesia Versicherungen)

Grund 5: Steigende Versicherungsprämien

Die Prämien für klinische Haftpflichtversicherungen sind signifikant gestiegen gemeinsam mit der Zunahme der Anspruchsmeldungen und der zu tragenden Risiken. Mittlerweile haben sich Versicherer aus diesem risikoreichen Geschäft zurück gezogen. Kliniken arbeiten an Konzepten, sich selber zu versichern. Natürlich ist es klar, dass dem Versicherer sehr daran gelegen ist, dass vermeidbare Risiken durch geeignete Maßnahmen tatsächlich reduziert oder eleminiert werden. Da die Maßnahme "Patientenarmband" eine relativ einfache und überall anerkannte Maßnahme zur Risikoreduzierung oder -vermeidung ist, liegt hier ein besonderer Fokus. So kann die Einführung von Patientenarmbändern durchaus von dieser Warte her, reduziert auf nackte Zahlen, auch eine wirtschaftlich sinnvolle sein,

Verwechslungen und damit Negativpresse vermeiden: Patientenarmbänder einführen

Grund 6: Negative Publicity bei Vorkommnissen

Es liegt ziemlich deutlich auf der Hand, dass sich kein Krankenhaus eine negative öffentliche Diskussion leisten will und kann, die auf entsprechenden Vorkommnissen einer Verwechslung beruhen. Die öffentliche mediale Wirkung im Schadensfall ist unkalkulierbar und kann dem Image eines Hauses empfindlich schaden. Man mus kein Prophet sein zu sagen, dass eine entsprechende Berichterstattung immer eine Tendenz zum Reißerischen haben wird. Das kann im Ergebnis den Ruf schädigen und damit Patientenverlust bedeuten, trotz aller medizinischer Exzellenz.

Krankenhaus-Kampagne zur Patientensicherheit: gestiegenen Erwartungen aktiv begegnet

Grund 7: Veränderte Erwartungshaltungen

Der Patient kommt heute mit einer erhöhten Erwartungshaltung ins Krankenhaus. Nicht nur die schnelle und kompetente Hilfe wird erwartet, sondern natürlich auch die Sicherstellung der eigenen körperlichen Unversehrtheit abseits des medizinisch Notwendigen. Darauf reagieren Kliniken zunehmend, in dem sie das Thema "Patientensicherheit" aufgreifen. Informationskampagnen zur Einführung von Patientenarmbändern zeigen das deutlich. Aber auch die Zertifizierer äußern heute andere Erwartungen. Es wird klar nach den Maßnahmen zur Verwechslungsvermeidung gefragt. Sind Patientenarmbänder nicht eingeführt, ergibt das häufig einen entsprechenden Vermerk. Aber auch die MitarbeiterInnen haben heute eine andere Erwartung. Der Wunsch nach technischer Unterstützung der schnelllebigen Prozesse ist deutlich. Entsprechende Maßnahmen mit Patientenarmbändern werden von den MitarbeiterInnen i.d.R. begrüßt, nicht abgelehnt.

Das Krankenhaus ist eine Marke: entsprechende PR hilft

Grund 8: Wirksame Öffentlichkeitsarbeit und Markenbildung

Tue Gutes und rede darüber. Das gilt natürlich auch für die Imagebildung eines medizinischen Dienstleisters. Der Name eines Klinikums ist heute auch eine Marke. Neben dem vorherigen Beispiel einer kompletten Imagekampagne stehen natürlich die Mittel des Tagesjournalismus und der regionalen Information zur Verfügung. Noch hat nicht jeder Patient in seinem Krankenhaus das Anlegen eines Patientenarmbandes erlebt. Noch kann ein Haus öffentlichkeitswirksam im Rahmen einer Einführung publizieren und viele Häuser tun das auch. Beispiele finden Sie hier. Damit wird für die Öffentlichkeit und die potentiellen Neupatienten dokumentiert, dass man die Risiken erkannt hat und ihnen wirksam begegnet. Das wird jedoch bald selbstverständlich sein. So selbstverständlich, wie heute in jedem US-Krimi mit Krankenhausszene ein Patient natürlich ein Armband trägt.

Einführungen in unmittelbarer Nachbarschaft nehmen ebenfalls Einfluss (Quelle: Geodatenportal NRW - Stadtdichte)

Grund 9: Nicht der Letzte sein

Zunehmend wird die Landkarte an Einrichtungen, die bereits flächendeckend die Einführung von Patientenarmbändern vor genommen haben, dichter und dichter. Das ist gut so und ein großartiger Erfolg im Sinne der Patientensicherheit. Für das einzelne Haus bedeutet das jedoch einen zunehmend Druck erklären zu müssen, warum man bisher davon abgesehen hat. Es sind Fälle bekannt, wo die Armbandeinführung des Nachbarkrankenhauses der Anlass für ein Umdenken im eigenen Haus war und im Ergebnis zu einer quasi von außen induzierten Einführung von Patientenarmbändern geführt hat.

Frau Linda Naeve, Beauftragte für Patientensicherheit, beantwortet Ihre Fragen rund um das Thema Patientenidentifikation

Von Erfahrungen anderer profitieren

Schlußendlich spielt es keine Rolle, warum sich ein Haus mit der Einführung von Patientenarmbändern als eine einfache Maßnahme der Risikoverringerung beschäftigt. Im Sinne der Patientensicherheit freuen wir uns über jede Einführung.

Auf den nachfolgenden Seiten erhalten Sie einen Überblick über die unterschiedlichen Armbandtypen, Auswahl- und Entscheidungshilfen, best-practise-Beispiele und eine Fülle an Hintergrundinformation. Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden. Unsere Beauftragte für Patientensicherheit, Frau Linda Naeve, steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Sie können sie ansprechen in Fragen der Bandauswahl, in Fragen der Einführung und Schulungsunterstützung durch Diagramm Halbach, nach Referenzen und überhaupt. 

Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen und können Ihnen Beispiele benennen gelungener Einführungen in Ihrer unmittelbaren Region. Sprechen Sie uns an. 

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