Produkte für Patientensicherheit

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Weglaufschutz - Dementenschutz

Hinlaufen und auf den Bus warten: Demente Patienten auf Wanderschaft - eine zunehmende Herausforderung

Weglaufschutz - oder besser Hinlaufschutz?

Aufgrund des demografischen Wandels behandeln unsere Kliniken und Krankenhäuser immer häufiger natürlich auch demente Patienten. Wenn ein solcher Patient eine Weglauftendenz aufweist, ist es wichtig, diesen Patienten besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Genau genommen muss man eigentlich von einer "Hinlauftendenz" sprechen, da demente Patienten dazu neigen, zu einem ihnen bekannten Ort hin zu laufen. Das ist ein Grund, warum man vor manchen Kliniken schon eigens dafür eingerichtete Bushaltestellen gesehen hat, an denen die dementen Patienten dann warten. Im Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster wurde eine eigene Station für demente Patienten eröffnet, mit einer eigenen Bushaltestelle im Flur. Es gehört ganz klar zur Sorgfaltspflicht geeignete Maßnahmen zu treffen, die ein unbemerktes Verlassen einer Station oder eines Gebäudes erschweren oder unmöglich machen. So oder so: Man muss es mitbekommen. Hier hilft unser Weglaufschutzsystem.

Wo erforderlich, das vorhandene Patientenarmband einfach um ein aktives Funkmodul ergänzen. Als aktive Komponente sendet es selbstätig und regelmäßig.

Weglaufschutz - ein Fall für aktive Systeme

Man spricht davon, dass bereits jeder dritte Patient über 85 Jahren dement ist. In aller Regel werden diese Patienten nicht wegen ihrer Demenz im Krankenhaus behandelt, sondern wegen anderer akuter Symptome. Ein Weglaufschutzsystem muss also in den gesamten Routinebetrieb hinein passen. Andererseits will man nicht das gesamte Gebäude neu verkabeln und vernetzen. Hier greift unser "smart & simple" Konzept. Basierend auf den bereits vorhandenen Patientenarmbändern werden dort, wo der Bedarf besteht, entsprechende Komponenten einfach hinzugefügt. Das sind: ein aufsteckbarer aktiver Transponder für das Patientenarmband als Sender, und ein Empfänger, der eine zu schützende Tür oder einen Ausgang überwacht. Erst wenn diese virtuelle Schwelle mit einem Sender durchschritten wird, wird ein Alarm ausgelöst. Sinnvollerweise ist es ein stiller Alarm, der den dementen Patienten nicht verschreckt und weiter verwirrt. 

Zwei Dübel, LAN und Strom: Mehr braucht die Empfängereinheit nicht

Ein einfaches System - einfachste Montage

Das Weglaufschutzsystem von Diagramm Halbach kommt ohne Schnickschnack und große Verkabelung aus. Es braucht lediglich das aufsteckbare Funkmodul für das Armband, und einen Empfänger, der in Tür- bzw. Ausgangsnähe installiert wird. Tatsächlich werden zur Montage lediglich 2 Dübel, Schrauben, ein LAN- und ein Stromanschluss benötigt. Mehr nicht. Man kann also mit einfachster Installation bereits einen wirksamen Schutz erreichen. So lässt sich beispielsweise der Ausgangsbereich einer Station mit nur einem Empfänger abdecken. Gibt es mehrere Ausgänge, dann sind es natürlich entsprechende Einheiten mehr. Es wurde Wert auf Einfachheit gelegt. Daher steht jede Empfängereinheit für sich und ist nicht mit den anderen vernetzt. Das macht es ja gerade so charmant, einen Bereich mit einfachen Mitteln abzudecken. In Kombination mit einem Wetter tauglichen Gehäuse ist auch ein Außeneinsatz möglich.

Das System: "Custos"-Empfänger und "Christopherus"-Sender

Wir haben unserem Weglaufschutzsystem Namen gegeben: Der Empfänger "Custos" (lat. Wächter oder Hüter) und der am Armband des Patienten getragene Sender "Christopherus" (der Schutzheilige der Reisenden).

Der Empfänger registriert Sender in Reichweite und löst einen stillen Alarm aus

Die "Custos"-Empfängereinheit

Da ein aktives Funkmodul ständig bzw. in festgelegten Intervallen eigenständig sendet, braucht es an der zu überwachenden Stelle / Schwelle einen ständig empfangsbereiten Empfänger. Die Empfängereinheit ("Custos", aktuelle Version ab V5.x) wird hoch an der Wand zu einem Ausgangsbereich angebracht und mit LAN und dem Stromnetz verbunden. Die Autodiagnosefunktion zeigt unmmittelbar an, ob die erforderliche Verbindung korrekt etabliert ist. Kommt nun ein Sender in Empfängerreichweite, wird automatisch ein stiller Alarm ausgelöst und ein Ruf an eine vorher hinterlegte Telefonnummer abgesetzt. Bis zu 3 Rufnummern (fest oder mobil) können hinterlegt werden und werden im Alarmfall der Reihe nach abtelefoniert, bis jemand den Ruf entgegen nimmt. Über eine Sprachansage wird mitgeteilt, z.B. an welchem Ausgang das Ereignis stattgefunden hat. So kann jetzt schnell ein dementer Patient auf Wanderschaft wieder abgeholt werden. 

Alle Einstellungen bequem über eine App steuern: die Christopherus-App

Konfiguration über die "Christopherus"-App

Geben Sie dem Empfänger einen Namen, verwalten Sie die anzurufende Rufnummer(n) und geben Sie den Ansagetext ein. Es ist nicht mehr nötig, einen Ansagetext aufzuzeichnen. Über die Christopherus-App geben Sie einen Wunschtext per Tastatur ein. Im Alarmfall wird dieser Text angesagt, sobald einer der angerufenen Mitarbeitenden den Anruf annimmt. Ferner verwalten Sie hierüber die eingestellte Empfängerreichweite oder lösen einen Testalarm aus. Die Christopherus-App ist verfügbar für Android/iOS. Ihr Tablet oder Smartphone wird also zur Steuereinheit. Der Empfänger erzeugt zu diesem Zweck ein begrenztes WLAN, in das sich ein Administrator autorisiert einloggen kann. Eine SIM-Karte ist im Gegensatz zu anderen Systemen nicht erforderlich. 

Alles in einem: Barcode und aktives Funkmodul. Das eine für die Routineprozesse, das andere für die besondere Aufgabenstellung

Der Sender "Christopherus"

Wie in den grundsätzlichen Vorbemerkungen zum Thema "berührungslose Patientenidentifikation" bereits ausgeführt, halten wir es für wichtig, Armbänder zu nutzen, die weiterin mit einen Patientenbarcode bedruckbar sind. Viele nachgelagerte Abläufe sind auf Barcodes ausgerichtet. Der Sender selber ist natürlich nicht bedruckbar. Aber das Patientenarmband ist es. Das Chassis des Senders ist angepasst an die Armbandgrößen der Ausführungen Komfortband ThermoComfortPLUS und ThermoUltraSoft (25 mm), sowie an das besonders stabile Premiumarmband LaserBand und FusionBand (30 mm). So kann weiter das vorhandene Patientenarmband bedruckt und genutzt werden, ohne dass sich der Weglaufschutz mittels aktiver Funkkomponente und barcodelesende Prozesse in die Quere kommen können. Ein spezielles RFID-Armband braucht es also nicht. Übrigens gibt es die Sendereinheit auch als Anhänger. Die Energiequelle des Senders ist eine herkömmliche Knopfzelle CR2032 3V, die vor Ort getauscht werden kann. Die Haltbarkeit wird mit 3-6 Monaten angegeben je nach Hersteller. Es empfiehlt sich ein Austausch alle 3 Monate. Der Sender ist Spritzwasser geschützt (IP-Schutzklasse 54). 

Zur Beachtung:

Je nach eingestellter Empfindlichkeit/Reichweite kann ein unerwünschtes Verlassen einer Person aus einem Raum oder Gebäudeteil recht zuverlässig festgestellt und mit einem ausgelösten Alarm begleitet werden. Die örtlichen räumlichen Verhältnisse nehmen oft einen nicht vorhersagbaren Einfluss auf die Reichweiten durch Abschattungen oder Reflexionen/Verstärkungen. Wir weisen daher darauf hin, dass wir keine Garantie übernehmen können, dass immer und zu jeder Konstellation ein Weglauf erkannt wird. Man wird aber  durch Reichweiteneinstellung ein gutes Maß finden können zwischen Zuverlässigkeit der Erkennung und Fehlalarmen. Soll in einem Aufenthaltsbereich eine völlige Bewegungsfreiheit erreicht werden, und nur der Alarm ausgelöst werden, wenn z.B. ein Notausgang oder eine Balkontür geöffnet wird, kann das System mit einem Tür-/Fenstersensor kombiniert werden. Der Alarm wird dann erst ausgelöst, wenn der Sender in Nähe des Empfängers ist und die ansonsten geschlossene Tür geöffnet wird.

Baby-Diebstahlschutz ist ein Fall für ein Echtzeitortungssystem und überfordert ein einfaches Weglaufschutzsystem

Was damit nicht geht: Baby-Diebstahlschutz

Auch wenn es sich hierbei um ein aktives System handelt, ist es als Anwendung für den Bereich Baby-/Diebstahlschutz derzeit nicht vorgesehen. Da das System auf Einfachheit hin entwickelt wurde, gibt es keine Vernetzung unter den Empfängern und keine Kombinierbarkeit unter den Sendern. Das aber wäre Voraussetzung dafür, in bestimmten Fällen trotz Durchschreiten eines überwachten Bereiches keinen Alarm auszulösen, z.B. in Begleitung der Mutter. Darüber hinaus müsste das Armband selber aus einem leitenden Material gefertigt sein mit einer Verbindung zum Funksender, der registriert, wenn das Armband vom Arm oder Fuß des Babys unautorisiert entfernt wird. Da hier die vorhandenen Patientenarmbänder eingesetzt werden, fehlt diese wichtige Eigenschaft hier. Aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten ...

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